Eine Uveitis, die chronisch verläuft, ruft oft lange Zeit keine Symptome hervor und wird nur zufällig entdeckt
Es gibt nicht „die“ Uveitis. Vielmehr fassen Augenärzte unter diesem Begriff zahlreiche verschiedene Krankheiten zusammen, die das Augeninnere betreffen. Gemeinsam ist ihnen, dass sich dabei Teile der Uvea entzünden. Die Uvea, zu deutsch Gefäßhaut, setzt sich aus drei Schichten zusammen: der Regenbogenhaut (Iris), dem Strahlenkörper (Ziliarkörper) und der Aderhaut (Choroidea).
Je nachdem, in welchem Bereich die Entzündung auftritt, sprechen Mediziner von einer vorderen (anterioren), mittleren (intermediären) oder hinteren (posterioren) Uveitis. Der vordere Augenabschnitt besteht unter anderem aus Regenbogenhaut und Strahlenkörper. Entsprechend kann sich eine vordere Uveitis als Iritis (Iris entzündet), Zyklitis (Strahlenkörper betroffen) oder Iridozyklitis (beide Bereiche entzündet) äußern.
Zum mittleren Augenabschnitt, auch Intermediärzone genannt, gehören Teile des Strahlenkörpers, der Netzhaut (Retina) sowie der Aderhaut (Chorioidea). Die intermediäre Uveitis betrifft diesen Bereich. Im hinteren Augenabschnitt liegen unter anderem Netz- und Aderhaut. Abhängig davon welche Teile entzündet sind, unterscheiden Augenärzte zwischen einer Retinitis (Netzhaut entzündet) und einer Chorioiditis (Aderhaut entzündet). Sind Netz- und Aderhaut betroffen, sprechen Experten von einer Retinochorioiditis, wenn die Erkrankung von der Netzhaut ausgeht. Es handelt sich um eine Chorioretinitis, wenn die Aderhaut den Ausgangspunkt darstellt. Ist die gesamte Uvea entzündlich verändert, handelt es sich um eine Panuveitis.
Es kommt relativ häufig vor, dass sich Teile der Gefäßhaut entzünden. In den meisten Fällen stellen Augenärzte dann eine vordere Uveitis fest. Kinder, Jugendliche und Erwachsene um das 35. Lebensjahr sind vorwiegend von einer vorderen Uveitis betroffen. Dieses Krankheitsbild kann plötzlich auftreten (akuter Verlauf) oder sich schleichend über längere Zeit entwickeln (chronischer Verlauf).
Oft kommt es zu Schüben, ähnlich wie bei Rheuma. Überhaupt entzündet sich das Augeninnere auffallend häufig bei Menschen, die an bestimmten Formen des entzündlichen Rheumas leiden. Auch begleitend zu anderen Grundkrankheiten, zum Beispiel einer Sarkoidose, kann sich eine Uveitis entwickeln.
Verläuft die Gefäßhautentzündung chronisch, bemerken Betroffene davon meist lange Zeit nichts. Erst später kommt es zu Beschwerden – die Patienten sehen deutlich schlechter und sie berichten häufig, dass sie Schlieren, Fusseln oder Flocken wahrnehmen. Eine akute vordere Uveitis fällt meist sofort auf: Das Auge ist stark gerötet, es tränt, ist lichtempfindlich und schmerzt. Auch andere Symptome können auftreten, je nachdem welcher Bereich des Augeninneren entzündet ist.
Hat der Augenarzt festgestellt, dass der Patient eine Uveitis hat und welche Form vorliegt, entscheidet er sich für die passende Therapie.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
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30.01.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/iStockphoto
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