Ansammlung von Flüssigkeit in der Pleurahöhle.
Ursache: Der seröse Pleuraerguss (Serothorax, Hydrothorax) ist meist durch Entzündungen oder eine bösartige Geschwulst bedingt. Dann handelt es sich bei der Flüssigkeit in der Pleurahöhle um ein Exsudat, eine oft eitrige, fibrinhaltige, nicht selten auch blutige oder übel riechende Flüssigkeit mit einem Eiweißgehalt über 3 g/l, in der sich viele Zellen, z. B. rote und weiße Blutkörperchen, evtl. auch Bakterien oder Tumorzellen, nachweisen lassen. Ein Serothorax entsteht, allerdings seltener, auch aufgrund einer Herzschwäche, bei Leberzirrhose oder beim nephrotischen Syndrom. Typischerweise ist die Flüssigkeit in diesen Fällen klar und hellgelb mit einem Eiweißgehalt unter 3 g/l. Man spricht auch von Transsudat. Die Menge eines serösen Pleuraergusses kann wenige Milliliter, aber auch mehrere Liter betragen.
Ein eitriger Pleuraerguss wird auch als Pleuraempyem bezeichnet. Er tritt bei Infektionen der Lunge (z. B. bei bakterieller Lungenentzündung), des Mittelfells oder der Bauchhöhle auf und kann auf die Brustwand übergreifen, nach außen durchbrechen oder in das Bronchialsystem einbrechen. Eine Ansammlung von Blut in der Pleurahöhle wird als Hämatothorax bezeichnet. Er entsteht nach Verletzungen des Brustkorbes, kann aber auch durch die Absiedelung von Metastasen im Brustfell bedingt sein. Ein milchig trüber Erguss (Chylothorax) entsteht durch den Austritt von Lymphflüssigkeit in den Brustraum, z. B. bei Lymphabflussstörungen oder Verletzungen des Milchbrustganges.
Befund: Oft bestehen atemabhängige Brustschmerzen und bei größerer Ergussmenge (über 500 ml) Atemnot. Bei einem verletzungsbedingten Hämatothorax bestehen je nach Ausmaß der Blutung Anzeichen eines Schocks 3).
Beim Abhorchen der Lunge fällt ein abgeschwächtes Atemgeräusch auf, im Röntgenbild zeigt sich eine glatt begrenzte Verschattung. Bei noch unklarer Diagnose wird durch eine Punktion eine Probe gewonnen, die meist anhand ihres Aussehens bereits als Transsudat oder Exsudat eingeordnet werden kann, anschließend aber stets im Labor untersucht wird.
Behandlung: Jeder Erguss wird entsprechend seiner Ursache behandelt, ein entzündlicher Pleuraerguss z. B. antibiotisch. Besonders größere Ergüsse müssen durch Punktion entleert werden, um eine Einengung der Brustorgane zu vermeiden und der Entwicklung einer Pleuraschwarte vorzubeugen. Bei Ansammlung von Blut oder Eiter in der Brusthöhle ist eine Pleuradränage mit Spülung erforderlich. Verletzungsbedingte Ergüsse erfordern fast immer eine Operation. Ständig wiederkehrende Pleuraergüsse, z. B. bei unheilbaren Tumoren, können mit einer Pleurodese (medikamentöse Verklebung der beiden Blätter des Brustfells) verhindert werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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