Schädigung des Organismus durch Blausäure (Cyanid).
Ursache: Eine Blausäurevergiftung ist durch Einatmen, Verschlucken oder Hautkontakt möglich. Die Substanz unterbricht im menschlichen Körper die Sauerstoffversorgung der Zellen und führt so zum Tod durch innere Erstickung. Blausäure kommt in Bittermandeln, Kernen von bitteren Aprikosen, Pfirsichen oder Kirschen vor und entsteht auch bei der Verbrennung von Kunststoffen.
Befund: Der Betroffene klagt über Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrgeräusche. Typisch ist der Bittermandelgeruch der Atemluft. Bei schweren Vergiftungen kommt es zu epileptischen Anfällen, Bewusstlosigkeit und Atemlähmung.
Behandlung: Bei einer Blausäurevergiftung muss sofort ein Arzt benachrichtigt werden. Je nach Schwere der Vergiftung ist die Zufuhr von Frischluft, Beatmung mit Atemmaske und Beutel bis hin zur Überdruckatmung mit Sauerstoff notwendig (Beatmungstherapie). Um selbst keine Blausäurevergiftung zu erleiden, darf der Helfer keine Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen. Der Betroffene erhält ein Gegenmittel (DMAP und Natriumthiosulfat). Nach Verzehr einer größeren Menge Bittermandeln wird eine Magenspülung durchgeführt. Zur schnellen Giftentfernung werden Aktivkohle und Abführmittel verabreicht.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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